Vortrag "Über den Umgang mit Aschen"


Sonntag, den 01. November 2009

von Dr. Dr. Tade Matthias Spranger am 22. Oktober 2009 im Friedhofscafé der Flamarium Saalkreis GmbH & Co. KG

Der Mitteldeutsche Feuerbestattungsverein e.V. hatte für den 22. Oktober 2009 zum Vortrag „Über den Umgang mit Aschen“ in das neue Friedhofscafé auf dem Friedhof „Am Flamarium“ in Kabelsketal OT Osmünde eingeladen, und über 40 Vertreter von Bestattungsinstituten und Feuerbestattungseinrichtungen waren gekommen.

Der Vortrag fand in Kooperation mit der FUNUS Stiftung statt und wurde von dieser gefördert.

Referent war Dr. Dr. Tade Matthias Spranger, Privatdozent an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. Dr. Spranger befasst sich bereits seit 1994 intensiv mit dem deutschen Bestattungsrecht und hat sich seit dieser Zeit einen ausgezeichneten Ruf in dieser Fachrichtung erworben. So ist er u.a. Verfasser eines Kommentars zum Bestattungsgesetz NRW, einer Handreichung zum Bestattungsgesetz Schleswig-Holstein sowie zahlreicher Beiträge in Fachzeitschriften.

Dr. Spranger begann seinen Vortrag mit einem kurzen Überblick über die historische Entwicklung des Rechts der Feuerbestattung in Deutschland. Er stellte dabei die Bedeutung des Gesetzes über die Feuerbestattung vom 15. Mai 1934 (Reichsfeuerbestattungsgesetz) heraus, welches sich zum Teil heute noch in den Formulierungen einiger Landesgesetze wiederfindet.

Sodann ging Dr. Spranger zum eigentlichen Thema des Vortrags über und stellte die gängigen Formen der Beisetzung der Asche Verstorbener (Erd- „Natur“- und Seebestattung), aber auch neue Entwicklungen, wie etwa die Umwandlung der Asche in sog. Erinnerungsdiamanten, in ihrem rechtlichen Kontext dar. Er betonte hierbei die höchstrichterliche Feststellung, dass Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist, über den Tod hinaus und somit auch für die Asche der Verstorbenen gelte.

Dr. Spranger plädierte dafür, die Freiheitsrechte des Grundgesetzes auch auf die Asche Verstorbener anzuwenden. Er sprach sich damit eindeutig gegen den Beisetzungszwang auf Friedhöfen, welcher ohnehin nur noch in Deutschland und Österreich gelte, und für eine Liberalisierung im Umgang mit den Aschen aus.

Dr. Spranger beendete seinen Vortrag nach 120 kurzweiligen und informativen Minuten. Die Resonanz unter den Teilnehmern war äußerst positiv. Wir gehen daher davon aus, dass dieses nicht der letzte Vortrag des Dr. Spranger in unserem Hause war.

Wenn Sie sich für die Thematik „Über den Umgang mit Aschen“ interessieren, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung (Kontakt), wir beraten Sie gern!



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