Das Kind und der Tod - Kunstaktionen mit Kindern und Jugendlichen auf dem Friedhof


Donnerstag, den 16. Oktober 2014

Kinder und Jugendliche sind fasziniert vom Tod, doch begegnen ihm meist nur im Fernsehen, in Büchern oder Computerspielen. Der Friedhof ist ein Ort, den Kinder heute selten besuchen, der aber nichts von seiner Faszination verloren hat.

Die Verbindung von Stadtgeschichte, architektonischen Besonderheiten und der Mystik des Todes macht ihn zu einem Park, den man sich gern ansehen möchte.

Unter der Leitung des KinderKunst Forums e.V. besuchten im Frühjahr und im Herbst 2014 Kinder und Jugendliche Friedhöfe in Halle und verarbeiteten ihre Eindrücke in Plastiken, Aquarellen und Collagen.

 

Der Friedhof lebt! – Grabsteine und Skulpturen neben Blumen, Bäumen und Vögeln

Im Frühjahr 2014 widmeten sich Karoline Peisker und Josefine Cyranka vom KinderKunstForum e.V. mit Grundschülern der Maria Montessori-Schule Halle der Betrachtung von Grabsteinen und Figuren auf dem Gertraudenfriedhof. Während sie über Tod und Leben philosophieren, nehmen sie auch das Leben auf dem Friedhof war – Vögel, Pflanzen und Insekten werden als Teil des Ortes auch Teil der Kinderkunst.

Farbenfrohe, detailreiche Aquarelle werden zum Ausdruck des Gesehenen. Kleine Skulpturen aus gebeiztem und mit Wachs behandeltem Holz zu Nachbildungen von Grabsteinen.

Der Tod tanzt! – Friedhof als mystischer und faszinierender Ort (Herbst 2014)

Zum 100-jährigen Jubiläum des Gertraudenfriedhofs in Halle wurde das Projekt "Der Tod tanzt!" verwirklicht. Jugendliche der Konfirmandengruppe der St. Laurentiusgemeinde befassten sich spielerisch mit ihrem Schädel und ihren Knochen, um die Vorstellung des menschlichen Skeletts fassbar zu machen.

Das Skelett als Symbol des Todes wurde zum Tanzen gebracht, die Jugendlichen zitierten den Totentanz von Goethe. Sie betrachteten Grafiken mit Todesdarstellungen unter den Aspekten, wie der Tod mahnt und woran er erinnert. Eine zentrale Frage war auch, wie sich der Blick auf das Leben verändert, wenn man begreift, dass es nicht ewig währt?

Die Fragen Was würdet ihr tun, wenn euch nur noch wenige Monate Lebenszeit blieben? Was heißt das Leben lieben? beantworteten die Jugendlichen, indem sie aus Wattestäbchen Skelette legten und beschrifteten. Mit dieser witzigen Technik entstand eine ungewöhnliche Collage

In der weiteren Zusammenarbeit zwischen dem KinderKunstForum e.V., der Bürgerstiftung Halle und der FUNUS Stiftung sollen derartige Pro-jekte regelmäßig stattfinden und deutschland-weit kommuniziert werden.

Wenn Kinder den Tod entdecken, reagieren sie neugierig und respektvoll. Es sollte keine Tabus geben, wenn Fragen offen sind.Sie stellen diese Fragen, da sie noch nicht in Pietätsvorstellungen und Tabuwirkungen gefangen sind. Daran wollen wir uns orientieren.


FUNUS Stiftung

DER TOTE WINKEL
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