Etwas zum Festhalten – mapapus für die Angehörigen der GermanWings-Opfer


Dienstag, den 22. März 2016

Vor einem Jahr zerschellte die Germanwingsmaschine 9525 während des Fluges von Barcelona nach Düsseldorf in Südfrankreich. Alle 150 Insassen des Airbus kamen dabei ums Leben. Wir können uns gut an die Bilder der Absturzstelle erinnern, an die weit verstreuten Trümmer, an die Unglaublichkeit dieses Unglücks. Die monatelangen Spekulationen zur Ursache der Katastrophe hielten das Thema lange in den Medien, während die Familien und Freunde der Opfer mit dem Verlust und der Trauer umgehen mussten. Im Flieger war auch eine Schulklasse des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See.


Hendrik, Gründer der Firma mapapu, ging früher auch auf diese Schule und hat in Haltern gelebt. Aus diesem Grund fühlte er sich von dem Unglück persönlich betroffen. Auch Bekannte von ihm hatten ihre Kinder verloren. Seit Jahren fertigt Hendrik mit seiner Frau therapeutische Kuscheltiere aus den Kleidungsstücken ihrer Kunden an. Diese sogenannten mapapus, ein Kunstwort aus Mama, Papa und Puppe, spenden Trost und geben Wärme, wenn jemand fehlt. Einem emotionalen Impuls folgend hat Hendrik gemeinsam mit der Evangelischen Kirche aus Haltern eine Aktion initiiert, um den Eltern und Geschwistern einen mapapu zur Verfügung stellen zu können. Auch die FUNUS Stiftung spendete zwei der kleinen Freunde für die Angehörigen.

Wie sind sie entstanden?

An der Unglücksstelle fand man T-Shirts der Kinder, die den Eltern zugesandt wurden. Aus diesen Shirts konnten Hendrik und seine Frau Jen ganz persönliche Kuscheltiere herstellen. Besonders intensiv war diese Arbeit, weil die Kleidungsstücke noch enorm nach Kerosin rochen und somit das Unglück stets vor Augen war. Nach mehrfachem Waschen mit viel Weichspüler verschwand der Geruch und diese ganz besonderen mapapus entstanden. Sie sind nun bei den Eltern und Geschwistekindern einiger Schüler aus dem Flugzeug.

Wir möchten an dieser Stelle Hendrik und Jen für ihre Arbeit danken. Wir haben davor sehr großen Respekt, denn wir wissen, dass es nicht einfach ist, ausreichend Distanz zu solchen Aufträgen zu halten. Was die beiden tun, ist hochemotional. Und genau dadurch, werden die Puppen so besonders, sie sind mit Liebe gemacht. Allen Angehörigen der Opfer wünschen wir viel Kraft und Ruhe, und dass die schönen Erinnerungen stärker sind als der Schrecken.


Für das Projekt kann weiterhin gespendet werden:
Kontoinhaber: Evangelische Kirchengemeinde Haltern
IBAN: DE35 4265 1315 0004 0005 27
BIC: WELADED1HAT
Betreff: mapapu für Haltern


FUNUS Stiftung

DER TOTE WINKEL
Reilstraße 120
06114 Halle (Saale)

Fon: 0345 - 299 848 32
Fax: 0345 - 299 848 29

Web: www.funus-stiftung.de

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