Vortrag "Friedhof und Bestattung: Wer darf was – und wer bezahlt?"


Freitag, den 19. November 2010

von Dr. Dr. Tade Matthias Spranger am 21. Oktober 2010 in der Feierhalle der Flamarium Saalkreis GmbH & Co. KG

Bereits zum zweiten Mal konnte der Mitteldeutsche Feuerbestattungsverein e.V.
- unterstützt von der FUNUS Stiftung - Dr. Dr. Tade Matthias Spranger für einen interessanten Vortrag zum aktuellen Bestattungsrecht gewinnen. Über 50 Personen - Bestatter und Betreiber von Feuerbestattungseinrichtungen, aber auch Vertreter von Behörden und Betreuungsvereinen sowie interessierte Verbraucher – waren der Einladung in die einzigartige Feierhalle des Flamarium Saalkreis gefolgt.

Dr. Dr. Tade Matthias Spranger ist Privatdozent an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. Dr. Spranger befasst sich bereits seit 1994 intensiv mit dem deutschen Bestattungsrecht und hat sich seit dieser Zeit einen ausgezeichneten Ruf in dieser Fachrichtung erworben. So ist er u.a. Verfasser eines Kommentars zum Bestattungsgesetz NRW, einer Handreichung zum Bestattungsgesetz Schleswig-Holstein sowie zahlreicher Beiträge in Fachzeitschriften. Derzeit befasst er sich im Rahmen eines Forschungsprojektes mit dem oft benutzten aber noch nie wissenschaftlich erklärten Begriff der Pietät.

Ziel des Vortrages war es, auf die komplexen juristischen Konstellationen, welche der Tod eines Menschen nach sich ziehen kann, hinzuweisen und diese zu erläutern. Die Erfahrung aus der täglichen Arbeit hatte den Vorstand des Mitteldeutschen Feuerbestattungsvereins e.V. zu der Überzeugung geführt, dass ein Vortrag zu dieser Thematik überfällig war. Denn das traditionelle Familienbild gerät in Deutschland immer mehr ins Hintertreffen; ein Mensch knüpft Zeit seines Lebens immer vielfältigere Beziehungen zu anderen Menschen, z.B. in Patchworkfamilien, nichtehelichen Lebensgemeinschaften, eingetragenen Lebenspartnerschaften oder schlichtweg in Freundeskreisen.

Dr. Spranger begann seinen Vortrag demzufolge mit der Erläuterung von Rechtsbegriffen. Zentraler Rechtsbegriff im Bestattungsrecht ist der der Bestattungspflicht, welcher in den Bestattungsgesetzen der Bundesländer – zum Teil unterschiedlich – geregelt ist.

Innerhalb dieses Themenkomplexes ging Dr. Spranger sehr ausführlich auf die sog. "Sozialbestattung" und die sog. "Ordnungsamtsbestattung" ein, also Bestattungen, die von einer Behörde veranlasst bzw. deren Kosten von der Kommune getragen werden. Dr. Spranger brachte seine Empörung über die gängige Verwaltungspraxis offen zum Ausdruck, wonach der Leistungsumfang dieser Bestattungen oftmals nicht mehr mit Artikel 1 des Grundgesetzes, welcher die Würde auch des verstorbenen Menschen schützt, vereinbar ist.

Dr. Spranger machte deutlich, dass der öffentlich-rechtliche Begriff der Bestattungspflicht streng zu trennen ist von privatrechtlichen Problemstellungen wie Erbschaft oder Vertragsverhältnisse.

Schon während des Vortrages begann zwischen dem Referenten und den Zuhörern ein intensiver Dialog, welcher sich im Anschluss fortsetzte. Hierbei ging Dr. Spranger auf eine Vielzahl konkreter Fragen von Bestattern, Betreuern und Behördenvertretern ein, immer bemüht, praktische Lösungsvorschläge zu geben.

Nach über 120 Minuten endete ein kurzweiliger und informativer Vortragsnachmittag. Die Resonanz unter den Teilnehmern war äußerst positiv.

Wenn Sie sich für die Thematik "Friedhof und Bestattung: Wer darf was – und wer bezahlt? interessieren, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung (Kontakt), wir beraten Sie gern!


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