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Buchtipp: Geht Sterben wieder vorbei?

Es gibt inzwischen unzählige Kinderbücher über den Tod. Manche gut, manche weniger gut, einige wunderbar. Geht Sterben wieder vorbei? ist mit dem Worten wirklich wertvoll am Besten beschrieben. Wundervoll illustriert von Imke Sönnichsen schreibt Mechthild Schroeter-Rupieper die Geschichte von Marlene, Paul und ihrem Opa, der gern Äpfel isst und trotzdem sterben muss.

"Alles muss einmal sterben. Das ist bei Menschen genauso wie bei Tieren und Pflanzen und gehört zum Kreislauf des Lebens." Der Leser begleitet die Familie bei all den Schritten, die nötig sind, wenn jemand gestorben ist, vom Totenschein, über das Krematorium bis auf den Friedhof. All das, was wir lernen, in dem wir bei Beerdigungen dabei sind, wird in diesem Buch beschrieben. Und damit wird es zu einer Anleitung, zu einer Richtschnur, die Kindern aber auch Erwachsenen dabei helfen kann, mit dem Tod umzugehen. Bezeichnend an diesem Buch ist, dass auch die schwierigen Aspekte, vor denen man Kinder immer noch beschützen will, ganz eindeutig benannt werden. So zum Beispiel, dass die toten Körper verbrannt werden. Doch erst nachdem das Leben aus dem Körper heraus gegangen ist. Wie eine Hand aus einem Handschuh, erklärt die Autorin. Dieses Bild benutzt die Expertin für Familientrauerbegleitung auch oft in ihren Beratungen. Sie versteht es, die Dinge zu veranschaulichen, vor denen wir Erwachsene so gern die Augen verschließen wollen. Die direkte Sprache, die Ansprache der Kinder ist geprägt durch einen großen Erfahrungsschatz, durch Sätze, die Kinder tatsächlich einmal gesagt haben, Fragen, die sich ihnen stellen.

Die Geschichte um die Geschwister Paul und Marlene wird ergänzt durch sachbuchartige Einträge, die das Wissen rund um den Tod vertiefen. Diese Texte sind gutes Material für Eltern und Lehrer, die mit den Kindern über den Tod eines Menschen sprechen möchten. Kinderfragen und -vorstellungen werden aufgenommen und nicht abgetan. "Kann der Tote ein Gespenst oder ein Zombie werden?" oder "Wird der Sarg von Würmern angeknabbert?" sind dafür Beispiele.

Am Anfang stirbt ein Mensch, der Opa, der Äpfel mochte. Meist hört für Kinder damit die Geschichte auf, immer noch werden sie aus dem ausgeklammert, was dann mit dem Toten geschieht. Das Buch Geht Sterben wieder vorbei? zeigt es ihnen und macht klar: Es gibt kein Ende, alles geht irgendwie weiter.

Geht Sterben wieder vorbei? Gabriel bei Thienemann-Esslinger Verlag. 2020. 14 Euro

 

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