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Interview mit Suse Bock-Springer

Worüber schreibst du am Liebsten?
Ich schreibe am Liebsten über intersektionale, feministische Themen. Dafür ist Poetry Slam ein relativ dankbares Vortragsformat, weil Menschen eher gewillt sind über fünf Minuten zuzuhören, als sie das sonst in Diskussionen eventuell tun würden. :D
 
Wie geht es dir in der Krise?
Das ist eine schwierige Frage. Ich bin nicht hauptberuflich Bühnenkünstlerin, sondern habe noch einen Tageslichtjob im Bereich Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsarbeit von LSBT*IQA+ Personen, bei dem ich ohnehin im Homeoffice arbeite. In diesem Bereich hat es mich also nicht allzu stark getroffen bisher. In erster Linie haben sich für mich die Arbeitsumfelder und Aufgaben verändert. Verunsicherung und Wut sehe ich natürlich auch bei den Menschen, für die und mit denen ich arbeite. Ich sehe auch, dass Personen aus marginalisierten Gruppen, noch mehr um gleiche Rechte und Freiheiten kämpfen müssen als ohnehin schon. Die Gesamtsituation lässt mich weder beruflich noch persönlich kalt.
Für mich merke ich in erster Linie, dass ich viel resilienter bin, als ich das bisher dachte, auch wenn ich das nicht rausfinden wollte. :)
 
Wie stellst du dir die Zukunft vor?
Das ist eine noch schwierigere Frage. Aktuell hoffe ich einerseits auf funktionale und hilfreiche Impfstoffe, andererseits tatsächlich ein bisschen darauf, dass wir unsere Gesellschaftsstruktur ernsthaft überdenken. Die aktuelle Situation macht die Ungerechtigkeit unserer Gesellschaft noch offensichtlicher und ich hoffe auf eine Zukunft, in der eine breitere Gesellschaft daran arbeitet, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen.
Realistisch gesehen fürchte ich, dass es nicht so sein wird und damit ist für mich Zukunft vorstellen ein bisschen wie Glücksspiel – man kann dran glauben und darauf hoffen, aber vermutlich wird man enttäuscht werden
 
Hast du Angst vor dem Tod?
Meinem eigenen? Nein. Dem von Menschen, die mir lieb und teuer sind? Ja. Zeitgleich halte ich es mit dem Tod so, wie in Wolf Erlbruchs „Ente, Tod und Tulpe“ ist: Der Tod ist für den Fall da, dass mir was passiert – denn so ist das Leben.

Suse Bock-Springer geht den DeathSlam mit einem etwas anderen Beitrag an. Ihr Video erscheint am 17. November um 20:45 Uhr auf unserem YouTube-Kanal. Folgt uns auch auf Facebook, um nichts zu verpassen.

 

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