Symposium 2019


Nach uns die Sintflut | Bestattungskultur im Zeichen der Nachhaltigkeit

12. September 2019 | Herrenhaus Möckern in Leipzig

Am 12. September 2019 findet im Herrenhaus in Möckern das neunte Symposium der FUNUS Stiftung statt. In diesem Jahr wird über die Nachhaltigkeit des Lebensendes gesprochen. Gibt es eine grüne Form der Bestattung? Gehen wir verantwortungsvoll mit Ressourcen um? Und was bedeutet es eigentlich, nachhaltiger Arbeitgeber zu sein? Sechs Referenten setzen sich mit diesen und anderen Themen auseinander und laden zur Diskussion ein. Die ganztägige Veranstaltung ist der Treffpunkt für Fachleute aus der Bestattungsbranche und angrenzenden Professionen.

Tagungsgebühr inkl. Catering: 205,- Euro (160,00 Euro Tagungspauschale MwSt.-frei, 45,- Euro Catering mit 19 % MwSt.)

Melden Sie sich noch heute an und sichern Sie sich den Frühbucherrabatt auf die Tagungspauschale in Höhe von 10 Prozent (gilt bis zum 30.4.2019).

Zur Anmeldung schicken Sie uns bitte eine Mail an info@funus-stiftung.de oder nutzen Sie direkt unser Kontaktformular. Sie erhalten dann alle weiteren Informationen. Die Anmeldung wird erst mit Eingang des Rechnungsbetrages verbindlich.

Tagungsprogramm

Ist Öko die neue Pietät? Auf dem Weg zu einer "grünen Bestattung"

Werner Kentrup | Bestatter aus Bonn

Pietätvolles Verhalten stand seit jeher für ein gutes Bestattungshaus. Doch immer öfter achten die Menschen auf etwas anderes: auf den ökologischen Aspekt der Beisetzung. In einer Gesellschaft, die sich den Umwelt- und Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben hat, ist es nicht verwunderlich, dass auch das Lebensende unter ökologischen Aspekten gesehen wird. Doch wie nachhaltig und umweltschonend sind eigentlich Bestattungen und vor allem die genutzten Produkte? Werner Kentrup, Bestatter aus Bonn, hat sich intensiv damit auseinandergesetzt, wie er als Unternehmer ökologisch und trotzdem ökonomisch wirtschaften kann und was Nachhaltigkeit eigentlich für den Umgang mit Arbeitnehmern bedeutet.

Unterwegs im Label-Labyrinth - Sinn und Unsinn von Gütesiegeln

Dr.-Ing. Imke Schneider | Umweltgutachterin aus Hamburg

Es ist im Bestattungswesen wie überall sonst auch: Sobald der Fokus auf einem bestimmten Thema liegt, gibt es regulierende und zertifizierende Instanzen, die sich genau diesem Thema widmen und dem Konsumenten Entscheidungen leichter machen sollen. Auch am Lebensende wird immer mehr auf die Umwelt geachtet und immer mehr Label- und Gütesiegel tauchen auf. Dr.-Ing. Imke Schneider, Umweltgutachterin sowie freie Auditorin für Managementsysteme nach DIN (Umwelt, Qualität, Energie) aus Hamburg, beschäftigt sich mit Umweltetiketten für Krematorien und Friedhöfe und wird sich in ihrem Vortrag damit auseinandersetzen, wie aussagekräftig solche Siegel sind.

Lebensraum Friedhof - biologische Vielfalt und nachhaltige Nutzung

Roman Höfers | Redakteur und Gärtner aus Braunschweig

Die großen Friedhöfe der Städte beherbergen nicht nur Urnen, Särge und Erinnerungen, sondern vor allem auch eine große Lebensvielfalt. Insekten, Vögel, Reptilien und auch Rehe oder Wildschweine bewohnen die dichte Flora der Totenstätten. Gerade in großen Städten, in denen jede Baulücke mit Beton zugegossen wird, sind Friedhöfe wichtige grüne Lebensoptionen für Pflanzen und Tiere. Roman Höfers hat Gartenbau studiert und ist Redakteur der friedhofskultur. Seit fünf Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema Permakultur. In seinem Vortrag setzt er sich mit der Frage auseinander, wie der Lebensraum Friedhof geschützt, erhalten und erweitert werden kann.

Goldrausch - Ethische Pflicht vs. rechtliche Machbarkeit

Prof. Dr. Dr. Tade Spranger | Jurist aus Bonn

In fast jeder kleinen Ortschaft sind Schilder zu sehen, auf denen der Ankauf von Schmuck und Zahngold angeboten wird. Gold ist ein wertvoller Rohstoff, dessen Vorkommen auf der Erde beschränkt und der deshalb ein begehrtes Recyclingobjekt ist. Die Umstände, unter denen Gold geschürft wird, sind oft verbunden mit kriegerischen Auseinandersetzungen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen, so dass wir uns als Gesellschaft durchaus die Frage stellen dürfen: Ist es ethisch vertretbar, Gold auf Friedhöfen zu vergraben und einer weiteren Nutzung zu entziehen? Diese Frage berührt jedoch nicht nur moralische Themen wie Pietät und Würde, sondern vor allem auch rechtliche Aspekte, die Tade Spranger in seinem Vortrag diskutieren wird.

Was bleibt, wenn nichts bleibt? – Erinnerungskultur und Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Thomas Klie | Theologe aus Rostock

Die biologische Transformation der sterblichen Überreste im Erdreich des Friedhofs, wie sie die Erdbestattung seit Menschengedenken voraussetzt, ist für einen Großteil der Bevölkerung kaum noch vorstellbar. Die Kremierung erscheint vielen als „sauberere“ Lösung des finalen Entsorgungsproblems. Doch mit dem oft spurlosen Verschwinden von der Oberfläche hat sich das Materielle keineswegs schon erledigt. Es bleiben vielfältige Artefakte gelebten Lebens, die von Briefen bis hin zur Haushaltsportion Asche in der Erinnerungsurne reichen. Extremrecycling oder Transmortalität?  Diese Frage stellt sich Prof. Dr. Thomas Klie, der an der Universität Rostock Praktische Theologie lehrt.

Bestatten im Kiez - Genossenschaftsfriedhöfe als Garant der Erinnerungskultur?

Dirk Neumann | Vorstandssprecher einer Wohnungsgesellschaft aus Halle (Saale)

In einer Genossenschaft geboren werden, leben, sterben und begraben sein. Das ist die Idee von Dirk Neumann, der Vorstandssprecher einer großen halleschen Wohnungsgenossenschaft ist. Sein Ansatz ist, dass die Genossenschaftsflächen durchaus das Potential haben, kostengünstige Grabstellen im Rahmen eines Genossenschaftsfriedhofes zu sein. Doch es geht dabei nicht allein um den finanziellen Aspekt, sondern vor allem auch den sozialen. Wer sein Leben lang in einer Gemeinschaft gelebt hat, möchte vielleicht auch im Tod in dieser bleiben. Ist der Genossenschaftsfriedhof dann so etwas wie der Dorffriedhof einmal war? Dirk Neumann wird über sein Projekt sprechen, das bisher nicht verwirklicht werden konnte.

Compliance - Anforderungen an eine nachhaltige Unternehmensphilosophie

Prof Dr. Dr. Tade Spranger | Jurist aus Bonn

Kaum ein Begriff ist so schillernd und vielgestaltig wie „Compliance“. Auf den Punkt gebracht handelt es sich hierbei um den Grundsatz der Regeltreue, also die (Selbst-) Verpflichtung zu rechtskonformen? Verhalten. Solche Regeln können sich aus Gesetzen, aber auch aus Handlungsempfehlungen und Richtlinien ergeben und ein so breites Spektrum wie die Gleichberechtigung aller Kollegen, die Einhaltung von Daten- und Arbeitsschutz oder die Beachtung von Umweltschutzbelangen umfassen. Eine gelebte Compliancekultur gibt dem Unternehmen sowohl nach innen als auch nach außen ein eindeutiges Profil, das Angestellten und Kunden Orientierung gibt. Darüber hinaus können Complianceverstöße aber auch zu handfesten rechtlichen Problemen führen. Tade Spranger führt uns in das Thema ein und gibt praktische Beispiele für den Aufbau einer solchen Kultur in Fragen des Friedhofs- und Bestattungswesens.

Zeitplan Symposium 2019

Uhrzeit Thema
8:30 Uhr Begrüßungskaffee
9:30 Uhr Begrüßung und Impuls
9:45 Uhr Ist Öko die neue Pietät?
10:30 Uhr Unterwegs im Label-Labyrinth
11:15 Uhr Kaffeepause
11:45 Uhr Lebensraum Friedhof
12:30 Uhr Mittagspause
13:30 Uhr Goldrausch
14:15 Uhr Was bleibt, wenn nichts bleibt?
15:00 Uhr Kaffeepause
15:30 Uhr Bestatten im Kiez
16:15 Uhr Compliance
17:00 Uhr Verabschiedung

Kontakt

FUNUS Stiftung

Am Flamarium 1
06184 Kabelsketal OT Osmünde

Fon: 034605 - 45 39 46
Fax: 034605 - 45 39 45

EMail: info(at)funus-stiftung.de
Web: www.funus-stiftung.de

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