Das Symposium der FUNUS Stiftung 2021

Anmeldung

Zum zehnten Mal lädt die FUNUS Stiftung zum Symposium ein. Am 18. März 2021 wird der tote Körper unter verschiedenen Gesichtspunkten thematisiert. Die Veranstaltung mit dem Titel >> Problemfall Leiche << findet erstmals im Zentrum für Endlichkeitskultur im Kabelsketal statt. Die Tagungspauschale für das ganztägige Symposium beträgt inklusive Catering 205,00 Euro.

Die Anmeldung sind ab sofort per E-Mail oder Kontaktformular möglich. Schicken Sie bitte die Anzahl der teilnehmenden Personen und die Rechnungsadresse mit. Sie erhalten anschließend eine Rechnung. Die Anmeldung ist erst mit Eingang des Rechnungsbetrages verbindlich. Eine Stornierung der Anmeldung ist bis zu sieben Tage vor Veranstaltung kostenfrei möglich.


Programm

Du bist noch da? Über den Umgang mit Wachsleichen

Prof Dr. Dr. Tade Spranger | Universität Bonn

Deutsche Friedhöfe rechnen mit einer Verwesungszeit von ca. 20 bis 30 Jahren. Doch immer wieder kommt es beim Ausheben von Gräbern zu Überraschungen und Friedhofsmitarbeiter finden eine sogenannte Wachsleiche. Bei diesen ist die Verwesung nicht vollständig oder fast gar nicht erfolgt und es stellt sich die Frage, was dann zu tun ist. Prof. Dr. Dr. Tade Spranger stellt die Problematik vor und beantwortet die Frage, wie mit Wachsleichen aus ethischer und juristischer Sicht umgegangen werden muss.


Endlich Ruhe? Zur Umweltwirkung von Totenaschen

Dr. Iris Zimmermann, Dr. Anneka Mordhorst | Universität Kiel

In der Universität Kiel wurde die Frage gestellt, wie sich eine Urne und die Totenasche auf den Boden auswirken. Dazu wurden auf verschiedenen Friedhöfen Bodenproben entnommen und untersucht. Auch zwei Totenaschen konnten beprobt werden, so dass im Ergebnis der Studie erste Aussagen über die Umweltwirkung von Totenaschen auf Boden und Grundwasser getroffen werden können. Die Ergebnisse der Studie werden beim Symposium vorgestellt.


Muss das jetzt sein? Zur Betrachtung der Leiche als Umweltproblem

Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Birnbacher | Philosoph, emeritiert

Die ökologische Frage wird inzwischen auch bei der Bestattung gestellt. Des Weiteren finden Vergleiche zur Ökobilanz zwischen den Bestattungsarten statt und es wird ein Druck zur Wahl der „richtigen“ Bestattung erzeugt. Mit dieser Fokussierung auf korrektes Verhalten selbst im Tod, kommen ethische Fragen auf. Ist es vertretbar, die Bestattungsformen derart zu vergleichen? Wie frei sind die Entscheidungen am Lebensende und was kann gesellschaftlicher Druck zum richtigen Handeln in dieses Lebensphase bedeuten?


Ich deck´ dich zu. Zum liebevollen Umgang mit Gestorbenen

Sabine Eller | Bestatterin aus Darmstadt

Der Tod wurde in den letzten einhundert Jahren zunehmend institutionalisiert, der tote Mensch immer mehr zum zu entsorgenden Objekt. Es wird wenig zu Hause gestorben, den letzten Schritt aus der Welt gehen die meisten in Kliniken oder Heimen. Mit der Feststellung des Todes wird der Mensch plötzlich zum Ding, das wegmuss, runter in die Pathologie, raus auf den Friedhof. Sabine Eller ist Bestatterin in Darmstadt und ermutigt Angehörige und Freunde, sich Zeit mit dem gestorbenen Menschen zu nehmen, ihn gemeinsam zu waschen und anzukleiden, und somit Nähe zu einem Menschen zu erleben, der gerade noch gelebt hat. Ein liebevoller Abschied in einer Einrichtung, oder auch eine Aufbahrung zu Hause ist möglich und kann mit den Menschen gemeinsam gestaltet werden. Sabine Eller unterstützt sie dabei und ermöglicht, dass letzte Wünsche erfüllt werden. Sie achtet auf die vermeintlichen Kleinigkeiten und sorgt sich z.B. auch darum, dass die Gestorbenen nicht dort abgeholt werden, wo auch die Mülltonnen stehen. In ihrem Vortrag berichtet sie über ihre Erfahrungen und spricht über ihre Vorstellung eines guten Abschieds.


Achtung Strahlengefahr! Über die Einäscherung radioaktiv kontaminierter Leichen

Reto Linder | Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Strahlenschutz (Schweiz)

Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat in verschiedenen Krematorien der Schweiz die mögliche Gefährdung des Personals durch die Einäscherungen von Verstorbenen, die sich zuvor einer radioaktiven Behandlung unterzogen haben, untersucht. Über die Ergebnisse berichtet Reto Linder aus der Schweiz.


Kann das mal jemand machen? Zum Umgang mit ungeliebten Gräbern

Evelin Schlag | Garten- und Friedhofsamt der Stadt Erfurt

Es gibt sie auf jedem Friedhof – vernachlässigte Gräber. Sie sind zugewachsen und sehen ungepflegt aus. Friedhofsbesucher stören sich an den unschönen Stellen, um die sich niemand schert, obwohl die Friedhofssatzungen verlangen, dass sich Nutzungsberechtigte bis zum Ende der Laufzeit um ein gepflegtes Grab kümmern müssen. Es gibt verschiedene Gründe, warum Gräber vernachlässigt werden: Die Angehörigen sind alt und krank, es ist niemand mehr in der Nähe oder die Familien sind verstritten. Auch die Anonymität in den Großstädten führt zu weniger Sorgfalt. Ganz anders verhält es sich auf den Dorffriedhöfen, die insgesamt weniger mit dem Problem zu kämpfen hat. Evelin Schlag vom Garten- und Friedhofsamt berichtet in ihrem Vortrag, wie sie und ihre Kollegen mit diesen Gräbern umgehen, wie sie mit Angehörigen ins Gespräch kommen und wie dieses wachsende Problem lösbar sein kann.


Der Stein des Anstoßes! Untersuchungen zu Grabsteinen aus Kinderarbeit

Prof. Dr. Dr. Tade Spranger | Universität Bonn

Keine Grabsteine aus Kinderarbeit! Diese Forderung wurde mittlerweile von vielen Bundesländern in ihre Bestattungsgesetze aufgenommen. Der Schutz der Kinder ist ein richtiges Ziel, doch was wird tatsächlich getan? Ein Team um Prof. Dr. Dr. Tade Spranger von der Universität Bonn untersucht, welche juristischen Konsequenzen die neue Gesetzgebung tatsächlich hat. Hierbei zeigen sich Herausforderungen nicht nur für die „richtige“ Formulierung der rechtlichen Anforderungen, sondern auch für die Zertifizierung von Steinen oder mit Blick auf den praktischen Vollzug. Prof. Spranger stellt sein Forschungsprojekt zu dieser Thematik vor und erörtert die bestehenden Probleme.


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