FUNUS Stiftung

14. fachliche Tagung der FUNUS Stiftung in Kabelsketal
Symposium diskutiert Qualität im Bestattungswesen zwischen Meisterpflicht und Empathie

Bereits zum 14. Mal hatte die in Kabelsketal in Sachsen-Anhalt ansässige FUNUS Stiftung zu ihrer fachlichen Tagung in ihr Zentrum für Endlichkeitskultur geladen. Die mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland tauschten sich in der vergangenen Woche (20. Mai) zum Thema „Zwischen Meisterpflicht und Empathie – Über Qualität im Bestattungswesen“ aus. Ein Titel, dessen Schlagworte sich keinesfalls ausschließen, sondern bestenfalls zu einem Spannungsbogen formen, wie der Stiftungsvorsitzende Frank Pasic eingangs bekräftigte.

Das Organisationsteam hatte den Tag mit sieben Vorträgen gefüllt und dabei nicht nur auf unterschiedliche Branchenblickwinkel, sondern auch auf inhaltliche Vielfalt geachtet. Am roten Faden des Programms hingen Stichworte wie Qualitätsstandards, Nachhaltigkeitsanalysen, Transparenzbemühungen, Verantwortungsbewusstsein und Individualisierung. „Unsere alljährlichen Symposien sind wie Klassentreffen, wobei auch immer wieder neue Gesichter im Expertenpublikum sitzen, was uns sehr freut“, bekräftigte Frank Pasic.

Den Einstieg formte Christoph Keldenich, Vorsitzender der gemeinnützigen, bundesweit tätigen Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas. Er stellte die Frage „Was ist eine gute Bestattung?“ und welche Anhalts- und Bewertungspunkte zur Beantwortung herangezogen werden können. Sein Fazit: Wahrnehmung, Perspektive und Erfahrung bilden die Eckpfeiler dieser Interpretation, die immer subjektiv und „höchst individuell“ bleibt. Darauf müsse der Bestatter mit guter Kommunikation reagieren.

Im Anschluss sprach Torsten Lange, Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter (BDB) und Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern, über die Meisterpflicht. Der BDB setzt sich stark für eine verpflichtende Meisterprüfung ein. Die aktuell bestehende Zulassungsfreiheit im Bestatterhandwerk habe ausgedient. „Es geht doch längst nicht mehr um den besten Leichenkutscher, es geht vor allem um Gesundheits- und Verbraucherschutz und den Schutz von Kulturgut“, sagte Lange. Sach- und fachgerechte Bestattungen gingen immer auch mit psychologischer Verantwortung einher. Zudem verwies er auf die verpflichtende DIN-Zertifizierung für Bestattungsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, die seit 2022 gilt.

Eine andere Perspektive brachte der Diplom-Pädagoge Uller Gscheidel ein. Er sieht in einer Meisterpflicht die Gefahr, wichtige Innovationskräfte auszubremsen, die oft von Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern ausgehen. „Ich habe nichts gegen einen Bestattermeister, aber ich habe etwas dagegen, dass man es zur Pflicht macht“, sagte der Gründer von Charon Bestattungen und des BestatterInnen Netzwerks. Sein Vortrag drehte sich um Empathie, Vielfalt und das Aushalten individueller Abschiede. Auch Bestattermeister Werner Kentrup machte deutlich: „Ja, ein Meisterbrief hat Wert, aber es geht gerade in unserer Branche auch um Dinge, die man nicht prüfen kann. Qualität bedeutet Haltung.“

Weitere Impulse lieferten Bettina Biller-Steffen von der Ahorn AG, die sich mit prägenden Menschen in der Endlichkeitskultur beschäftigte, sowie Thies Heinrich von der CremTec GmbH, der die Frage beleuchtete, wie Qualität in Krematorien definiert werden kann. Sein Fokus lag klar auf den Menschen: Moderne Technik allein reiche nicht aus, entscheidend seien hervorragend ausgebildete Fachkräfte. Abschließend ordnete Rechtsanwalt Prof. Dr. Dr. Tade Matthias Spranger die Diskussion rechtlich ein und sprach über Anforderungen des Friedhofs- und Bestattungsrechts.