Aktuelles

Das neue Heft ist (fast) da

Wir haben es geschafft - die neueste Ausgabe noch im Mai in die Druckerei zu schicken. Die Maschinen arbeiten, wir beschriften schonmal die Umschläge für unsere Abonnenten. Nächste Woche gehen die Hefte raus.

Editorial:

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie halten die zwölfte Ausgabe der DRUNTER&DRÜBER in Ihren Händen. In diesem Heft schreiben wir über den Suizid, der 10.000 mal im Jahr in Deutschland stattfindet, aber immer noch ein selten besprochenes Thema ist. Auch wir haben uns sehr schwergetan, denn über allem Schreiben über die Selbsttötung hängt immer das Damoklesschwert der Nachahmung. Nachdem Goethe 1774 „Die Leiden des jungen Werther“ zum ersten Mal veröffentlicht hatte, gab es einen Anstieg bei den Suiziden unter jungen Menschen. Der sogenannte Werther-Effekt wird auch heute noch befürchtet, wenn über Suizide berichtet wird. Der Papageno-Effekt im Gegensatz dazu besagt, dass es wichtig ist, über das Thema zu schreiben, allerdings müssen bestimmte Dinge beachtet werden. Es geht darum, dass der Suizid nicht am Ende als gute Lösung dasteht.

Und hier kamen wir an unsere Grenzen, denn zum einen ist unser Anliegen, ganz frei über den Tod zu schreiben, um zu zeigen, was ist. Zum anderen treffen wir in der Öffentlichkeit auf eine sehr positiv besetzte Diskussion zur Sterbehilfe. Die Frage, warum diese Themen so unterschiedlich bewertet werden, beschäftigt uns nach wie vor. Wir lassen Sie einfach stehen.

Am Ende haben wir uns entschlossen, die Geschichten zu erzählen, die uns begegnet sind und den Fragen nachzugehen, die uns interessieren. Der Suizid ist eine Art des Todes, der wir in diesem Heft offen begegnen, in möglichst vielen Nuancen und ohne große Selbstzensur.

Sie finden Artikel über Suizid und Geschlecht, Amokläufe und psychische Krankheiten, den Stand der aktuellen Sterbehilfe-Debatte und vor allem persönliche Erinnerungen von Menschen, die einen Angehörigen durch einen Suizid verloren haben. Wir halten gerade die subjektiven Empfindungen von Menschen, z.B. mit Suizidabsichten, die im Buch #nichtgesellschaftsfähig schreiben, für die beste Quelle, um zu verstehen, was in ihnen vorgeht. Die Einordnungen von Experten sind erst der zweite Schritt.

Ja, über den Suizid sollte gesprochen werden, vor allem mit denen, die er betrifft.

Ich wünsche Ihnen alles Gute,

mit lebendigen Grüßen,

Frank Pasic


Weitere Informationen zum Heft finden sich auf der Webseite.

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